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Jedes Bewegungsspiel schafft Bewegungserfahrungen. Um Handlungsabläufe und Körper­erfahrungen zu festigen bedarf es einer Wiederholung bzw. einem Kontakt zwischen 20.000 bis 100.000 Mal. Im pädagogischen Alltag wird immer wieder sichtbar, dass unsere Kinder nur schwer Zugang zu ihrem eigenen Körper haben. Sie nicht in der Lage zu unter­scheide, was tut mir gut und damit meinem Körper gut, und was schadet mir eigentlich.


Einige Fakten                                                                                                                                                           Mehr als 60 % der Kinder und Jugendlichen haben deutliche Haltungsschwächen oder sogar Haltungsschäden15 %  der Kinder zeigen ein deutlich auffälliges psychosoziales Verhalten20-25 %  der Kinder leiden an Übergewicht30-40 % der Kinder zeigen Koordinationsschwächen bei rund einer halben Million der Schulkinder wird ein krankhaftes Aufmerksamkeits­defizit diagnostiziert, die Zahl der Kinder, die aufgrund mangeln­der motorischer Kompetenzen bei Schuleingangsuntersuchungen auffällig wird wächst stetig.

Viele unserer Kinder befinden sich bereits in therapeutischen Maß nahmen, wie Ergothera­pie, Krankengymnastik oder Motopädie. Mit Hilfe der psychomotorischen Bewegungsför­derung sollen die Kinder eine sichere Handlungsplattform bilden, von der aus es in ver­schiedenen Situationen angemessen agieren und reagieren kann.

Das psychomotorische Bewegungsangebot schult die Basissinne der Kinder.                                                 

Die taktile Wahrnehmung  erfolgt über die Haut und findet immer und überall statt. Das Kind lernt zu unterscheiden zwischen stumpf, spitz, warm, kalt, hart, weich etc.                                                                

Die kienästhetische Wahrnehmung  bedeutet das Wissen im die eigenen Körperteile und ihre Stellungen zueinander.                                                                                                                                                                     

Das propriozeptive System gibt permanent Auskünfte über Zug und Druck an Sehnen, Bändern und Muskeln und regelt das Maß  der Körperspannung.                                                                                               

Das vestibuläre System  ist für das Gleichgewicht und die Aufrechterhaltung des Kör­pers, sowie für die Orientierung im Raum verantwortlich.

Die Sicherung der Körperhaltung stabilisiert das Gesichtsfeld und ermöglicht eine ange­messene und stabile Auge-Hals-Kopfkoordination. Durch die Zusammenarbeit der Augen-Halsmuskulatur wird die Blickregulation gefördert. Ausreichende Gleichgewichtserfah­rungen sichern die Seitigkeitsentwicklung. Die Zusammenarbeit der beiden Körperhälften ist eine Grundvoraussetzung der Entwicklung der Lateralität und damit eine Grundlage für eine sichere Graphomotorik.

Regelmäßig finden in der Kinderburg Bewegungsangebote statt. Auch das Spiel im Au­ßengelände lädt die Kinder zur Bewegung ein (Hügel, Baumstämme, etc.). Wir verfügen über Turnmaterial, dass Bauen einer kleinen Bewegungsbaustelle ermöglicht (Kletterwand, Rollbretter, Kullerkegel, Matten, Bänke, Bälle, Trampolin, etc.). Zudem konnte schon im letzten Jahr wurde mit unserem Kooperationspartner eine psychomotorische Bewegungs­einheit im Haus für die Kinder integriert. Deutlich wurde, dass der Handlungsbedarf im Zusammenhang mit Wahrnehmungserfahrungen und Bewegung von wesentlicher Größe ist. Die Einheit konnte nur ein Beginn sein. Auch der Kindergesundheitsbericht (Januar 2007) zeigt ähnliche Ergebnisse auf.

Durch einen regelmäßigen Austausch zu unserem Kooperationspartner ist es uns gelungen, ein Präventivkonzept in die Praxis einzugliedern.

Siehe auch: Snoezelen-Raum



 
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